| Veranstaltung: | Bundesjugendwerkskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7.c. Weitere Anträge |
| Status: | Beschluss |
| Abstimmungsergebnis: | einstimmig |
| Beschluss durch: | Bundeskonferenz |
| Beschlossen am: | 17.05.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Digitale Souveränität
Antragstext in einfacher Sprache
Das Bundesjugendwerk erhält den Auftrag, bei der Auswahl von digitalen
Anwendungen und Systemen künftig stärker Kriterien wie Datenschutz, Transparenz
und digitale Souveränität zu berücksichtigen. Digitale Souveränität bedeutet in
diesem Zusammenhang, Abhängigkeiten von Unternehmen, deren Umgang mit Daten
intransparent ist zu reduzieren und mehr Kontrolle über eigene Daten sowie
eingesetzte Systeme zu behalten.
Das Bundesjugendwerk soll aktiv nach geeigneten Alternativen suchen. Wenn die
gestellten Anforderungen erfüllt werden und ein Umstieg praktikabel möglich ist,
soll auf diese umgestellt werden.
Zudem soll das Bundesjugendwerk Empfehlungen für sinnvolle Anwendungen und
Systeme sammeln und den Gliederungen zur Verfügung stellen.
Begründung in einfacher Sprache
Die zunehmenden globalen Spannungen machen deutlich, wie abhängig wir von
wenigen großen Technologieunternehmen sind. Diese Abhängigkeiten können nicht
nur praktische Risiken mit sich bringen, sondern auch politische und
gesellschaftliche Handlungsspielräume einschränken.
Die bewusste Auswahl von Software, Tools und digitalen Diensten sowie die
Nutzung von Alternativen tragen dazu bei, die Kontrolle über unsere Daten zu
behalten, unabhängiger von Unternehmen zu werden welche die Daten der
Nutzer*innen zu deren Nachteil verarbeiten und dafür zu sorgen, dass unsere
Daten nach den Datenschutz-Regeln der Europäischen Union (DSGVO) sicher bleiben.
Zugleich entspricht dies unserer antikapitalistischen Haltung. Wir stehen
kritisch zu dem Umstand, dass in einer kapitalistischen Wirtschaft keine andere
Prämisse als die des Profits relevant ist und daher anderweitige Ziele, wie die
der Datensicherheit, dem Profit notwendig untergeordnet werden müssen.
Durch die stärkere Berücksichtigung von Alternativen, insbesondere solche mit
offenen und gemeinwohlorientierten Ansätzen, können wir unsere Werte auch im
digitalen Handeln konsequent umsetzen.
Mögliche Best-Practice-Beispiele zur besseren Vorstellung wären:
- Online-Pinnwand „Taskcards“ anstelle „Padlet“
- andere Anbieter geteilter Online-Dokumente wie „OnlyOffice“ anstelle von
„GoogleDocs“
- Jugendwerks-interne Kommunikation über DSGVO-konforme Messenger-Dienste
wie „Signal“
- Terminfindung über „nuudle“ anstelle von „Doodle“
