| Veranstaltung: | Bundesjugendwerkskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7.c. Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | LJW Bayern, BJW Rheinland |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 04.04.2026, 19:24 |
A12: Regelwerk: Alkohol auf Veranstaltungen des Bundesjugendwerks der AWO
Antragstext in einfacher Sprache
Die Bundesjugendwerkskonferenz möge beschließen, dass auf den
Bundesjugendwerksveranstaltungen ab sofort das Dokument “Regelwerk: Alkohol auf
Veranstaltungen des Bundesjugendwerks der AWO” gilt. Das Regelwerk und ein
Leitfaden sollen zu jeder Veranstaltung vom Bundesjugendwerk im Vorfeld
verschickt und vor Ort ausgehangen werden.
Alkoholische Getränke dürfen nur außerhalb des Programms (inklusive
Abendprogramm) konsumiert werden. Ausnahmen dürfen durch die ausrichtende
Gliederung festgelegt werden. Dafür gibt es von der ausrichtenden Gliederung
festgelegte Orte, an denen konsumiert werden darf. Ebenfalls gibt es explizite
Orte, an denen nicht konsumiert werden darf.
Auf den Verstoß gegen die Regeln folgen Konsequenzen. Diese werden innerhalb des
Orga-Teams beraten und anschließend gegenüber der betroffenen Person
ausgesprochen. Den Konsequenzen kann nicht widersprochen werden und werden
sofort bzw. sobald die Person nüchtern ist, umgesetzt.
Es müssen immer mindestens drei Personen an der Besprechung teilnehmen. Sobald
eine Person vom Orga-Team betroffen ist, darf sie nicht an der Beratung
teilnehmen.
Begründung in einfacher Sprache
Die Initiative für ein bundeseinheitliches Regelwerk zum Alkoholkonsum auf
Bundesjugendwerksveranstaltungen entstand aus wiederkehrenden Beobachtungen und
Erfahrungen auf vergangenen Bundesveranstaltungen. In der Vergangenheit kam es
auf Bundesveranstaltungen zu Vorfällen, die einen verantwortungsvollen Umgang
mit Alkohol notwendig machen. Alkohol, dieser auch nicht nur in Maßen, wurde
Teil der Veranstaltungskultur, anstatt dass dies als Ausnahme behandelt wurde.
Da sich Bundesjugendwerksveranstaltungen an Personen von 7 - 30 Jahren richten,
trägt der Verband auch eine Verantwortung für den Schutz und das Wohlbefinden
von Kindern und Jugendlichen. Sie sollten nicht in ein Umfeld geraten, in dem
Alkoholkonsum und evtl. Kontrollverlust zur Normalität werden. Ein Safer Space
für Jugendwerker:innen jeden Alters erfordert, dass Alkohol, wenn, nur mit
Bewusstsein und Kontrolle konsumiert wird. Dies gewährleistet, dass alle
Teilnehmenden jederzeit ansprechbar sind, ihre Umgebung wahrnehmen und im
Bedarfsfall unterstützend eingreifen können.
Des Weiteren liegt der Fokus bei Bundesveranstaltungen auf dem Austausch
zwischen Gliederungen und Freund:innen, aber auch der Weiterbildung, politischen
Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Spaß jeder einzelnen teilnehmenden Person. Ein
geselliges Miteinander entsteht auch ohne Alkohol. So sollten wir fördern, dass
sich alle wohlfühlen und die Grenzen Anderer respektiert werden. Der
Alkoholkonsum sollte regulierter und als eine Ausnahme betrachtet werden im
Verbandskontext, statt als Normalität nach dem Programm.
Ziel des Regelwerks ist es, einen verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit
Alkohol zu fördern und diesen im Verband gegenüber allen Mitgliedern aktiv
vorzuleben. Der Konsum von Alkohol soll dabei stets reflektiert, freiwillig und
in einem angemessenen Rahmen stattfinden. Niemand soll durch Gruppendynamiken
oder sozialen Druck zu Alkoholkonsum verleitet werden. Jede Person muss ihre
eigenen Entscheidungen frei treffen können und diese müssen respektiert werden.
Bundesveranstaltungen sollen ein sicherer und vertrauensvoller Ort für
Jugendwerker:innen sein.
Das Regelwerk ist in Zusammenarbeit mehrerer Jugendwerker:innen aus
unterschiedlichen Gliederungen entstanden. In den letzten zwei Jahren fanden auf
allen Forenwochenenden und auf dem Bundestreffen ein Workshop zu diesem Thema
statt. Außerdem wurden in digitalen und anonymen Umfragen sowie auf dem
Ausschuss Menschen zu diesem Thema befragt. Dieses Regelwerk ist das Ergebnis
vieler Diskussionen und den daraus entstandenen Kompromissen, um die
verschiedenen Standpunkte zum Thema einzubinden und letztendlich den
mehrheitlichen Konsens abzubilden.

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